Horrorurlaub: 7 Horrorfilme für die gruseligsten Sommerferien

Eine Weltreise zu den schaurigsten Reisezielen in Horrorfilmen

Der Sommer ist endlich auch bei uns angekommen. Das Thermometer zeigt 40 Grad an, während sich in den Schwimmbädern und an den Baggerseen die Menschenmassen tummeln.
Eigentlich ist dies die Jahreszeit, in der das schöne Wetter genutzt werden sollte. Wer bei diesen Temperaturen trotzdem nicht vor die Tür treten möchte oder „low budget“ unterwegs ist, bekommt jetzt ein paar gruselige Reisetipps, für die man sich nicht von der Couch wegbewegen muss.

7. Flitterwochen in Osteuropa mit Eight Eyes (2023)

Um ihren Urlaub in besonders guter Erinnerung zu behalten, lassen sich die Backpacker Cass und Gav auf eine individuelle Führung des mysteriösen Serben Saint Peter ein. Der anfangs informative Ausflug wird zunehmend seltsamer und erreicht seinen finsteren Höhepunkt, als einer der beiden Ehepartner verschwindet.
Es gibt da diesen einen serbischen Film, und es gibt außerdem noch Hostel. Osteuropa dient gerne als ungemütliches Setting für brutale Horrorfilme.
Ganz klischeefrei ist Eight Eyes also auch nicht. Statt sich allerdings in hyperbrutalen Gewaltexzessen zu suhlen, setzt der Film vielmehr auf eine zermürbende Atmosphäre. Durch den grobkörnigen 16-mm-Look und den Einblick in eine dysfunktionale Familie vermittelt der Film eher das Gefühl eines osteuropäischen Texas Chainsaw Massacre. Eine gelungene 70er-Jahre-Hommage, produziert vom Filmlabel Vinegar Syndrome.

6. Todesstille auf hoher See – Ein australischer Segeltrip auf dem Pazifik (1989)

Um den schmerzhaften Tod ihres Kindes zu verarbeiten, fährt das Ehepaar Ingram hinaus auf den Pazifik. Umgeben von schillerndem Türkis nimmt der Segeltrip eine unvorhersehbare Wendung, als der Schiffbrüchige Hughie (Billy Zane) auf ihrem Boot landet.
Bevor Nicole Kidman auf Tom Cruise traf, Billy Zane den Untergang der Titanic miterlebte und Sam Neill gegen Dinosaurier kämpfte, waren die drei heutigen Hollywoodstars Teil des australischen Thrillers Dead Calm. Ein kleiner Film, der auf engstem Raum spielt und dank starker Leistungen sowie gut gewählter Schauplätze jede Menge Spannung erzeugt.

Ein paar ausführlichere Gedanken gibt es im Bookhouse Club Diary.

5. Wenn der Campingausflug durch Colorado zum Urlaub in der Hölle wird (1975)

Der deutsche Titel ist Programm, und sein Alternativtitel ist nicht minder unterhaltsam: Vier im rasenden Sarg.
Peter Fonda und Warren Oates schnappen sich ihre Frauen und nehmen sie mit auf einen unterhaltsamen Roadtrip in einem Wohnmobil. Bei einem nächtlichen Lagerfeuer wird die Truppe auf ein Ritual aufmerksam, bei dem eine Gruppe von Kuttenträgern eine Frau opfert. Aus dem entspannten Ausflug entsteht ein Wettrennen mit dem Teufel.
Regisseur Jack Starrett arbeitete bereits mit Peter Fonda am heutigen Klassiker Easy Rider zusammen. Sein Film Race with the Devil ist ein Genre-Hybrid aus Actionfilm, Roadmovie und Horrorfilm. Ein Paranoiafilm, der den Zeitgeist der amerikanischen 70er-Jahre sehr gut einfängt.

4. Abschalten im tropischen Luxusresort –
All-inclusive-Urlaub mit Infinity Pool (2023)

Um der Kreativarbeit neue Impulse zu geben, reicht manchmal ein entspanntes Ferienresort auf einer abgeschiedenen Insel. Der Autor James Foster (Alexander Skarsgård) steckt in einer Schreibblockade. Was für jeden Autor schon Albtraum genug ist, entwickelt sich immer mehr zu einem surrealen Horrortrip. Als er Gabi Bauer (Mia Goth) trifft und in einen Autounfall gerät, öffnen sich ihm die Türen in eine andere Welt. Spätestens seit Possessor bekommt Brandon Cronenberg eine ähnliche Aufmerksamkeit wie einst sein Vater David Cronenberg. Sein dritter Film, Infinity Pool, ist ein bösartiger Traum aus Body Horror und Gesellschaftskritik. Dank Mia Goth vergisst man diesen Sommerurlaub sicherlich nicht so schnell.

3. Idyllischer Pärchenurlaub am britischen Eden Lake (2008)

Warum viel Geld für Flüge ausgeben, wenn man für einen romantischen Campingausflug einfach raus aus der Großstadt und hinein ins englische Hinterland fahren kann? Das dachte sich auch das Paar Jenny und Steve (Kelly Reilly und Michael Fassbender), die eigentlich nur an einem See entspannen wollen, ehe ihre Ruhe durch ein paar einheimische Jugendliche zur Hölle wird.
Im Jahr 2008 brachte der britische Regisseur James Watkins einen Film in die Kinos, der dem Publikum glatt die Schuhe auszog. Ein Terrorfilm, der über seine komplette Laufzeit unangenehme Szenen bereithält und von Sekunde zu Sekunde alptraumhafter wird. Bis 2022 war Eden Lake aufgrund seiner expliziten Gewaltdarstellung noch indiziert. Wesentlich schmerzhafter als die Gewalt ist allerdings das Filmende.

2. The Ritual: Mit dem Rucksack durch die Wälder Skandinaviens (2017)

Es sollte eigentlich ein nostalgischer Männertrip werden. Doch ein tragisches Ereignis sorgt dafür, dass der Wanderurlaub zu einem nervenaufreibenden Erlebnis wird. Eine dunkle Wolke hängt über den vier Freunden Luke, Hutch, Dom und Phil, denn nicht nur Trauer und Schuld verfolgen die Gruppe, sondern auch eine noch viel düsterere Macht treibt ihr Unwesen in den Tiefen der Wälder.
Allein die Atmosphäre der Wälder genügt schon, um beim Zuschauen ein ungutes Gefühl zu bekommen. Regisseur David Bruckner baut allerdings auch noch eine psychologische Komponente in seinen Folk-Horrorfilm ein, die ihm zusätzlichen Tiefgang verleiht.
Wer das gemächliche Tempo von The Ritual übersteht, wird im Finale mit grandioser Effektarbeit belohnt.

1. Speak No Evil: Familienwochenende in den Niederlanden (2022)

Während ihres Familienurlaubs lernen sich eine dänische und eine niederländische Familie kennen. Das Verhältnis ist so gut, dass die Dänen eine Einladung der Niederländer annehmen und sie für ein Wochenende auf dem Land besuchen.
Nach anfänglicher Harmonie beginnt die Fassade zu bröckeln, und die Niederländer scheinen nicht die freundliche Familie zu sein, für die sie sich ausgeben.
Gæsterne lautet der Originaltitel des dänischen Films von Regisseur Christian Tafdrup. Sein nihilistischer Terrorfilm erhielt 2022 so viel positive Resonanz, dass James Watkins kaum zwei Jahre später ein US-Remake inszenierte. Derselbe Regisseur war schließlich auch bereits für den hier ebenfalls aufgeführten Eden Lake verantwortlich.
Welche Version also gucken? Das US-Remake ist keineswegs schlecht, doch das europäische Original trifft insbesondere im letzten Drittel deutlich härtere Entscheidungen und präsentiert seine Intentionen wesentlich subtiler.


Lust auf noch mehr Reiseziele? Schau dir meine Filmtipps zu Grusel im Ferienlager: 5 Summer Camp-Slasher an.

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