Todesstille

Dead Calm (1989)

Nach dem Verlust ihres Kindes begibt sich das Elternpaar Ingram (Sam Neill & Nicole Kidman) auf eine Segeltour. Isoliert vom Rest der Welt sammeln sie eines Tages den Schiffbrüchigen Hughie (Billy Zane) ein. Recht schnell wird klar, dass diesem nicht zu trauen ist und ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. 
Todesstille ist einer dieser kleinen, eher unscheinbaren Thriller wie z.B. KaliforniaEin Kammerspiel in der größten Kammer der Welt: dem Pazifik. Direkt zwei Dinge funktionieren im Film sehr gut und sorgen von Beginn an für Spannung. Regisseur Phillip Noyce lässt nicht viel Zeit verstreichen und etabliert Hughie direkt als Antagonisten. Wo andere Filme erstmal viel Zeit investieren, obwohl eh klar ist woher der Wind weht. Daher kann man es schon als naiv bezeichnen, dass Sam Neills Figur John seine Frau alleine auf dem Boot zurücklässt, um einer Spur nachzugehen. So entsteht im Film allerdings eine gute Dynamik. Zwei Kammerspiele auf zwei unterschiedlichen Schiffen. John kämpft gegen das Versinken eines Dreimasters und muss gleichzeitig seiner Frau nachjagen, die zur Gefangenen auf ihrem eigenen Boot wird. 
Todesstille lebt von seinen Figuren und es ist kaum verwunderlich, dass allen noch eine blühende Karriere bevorstehen sollte. Obwohl Nicole Kidman häufiger wie das Final Girl in einem Horrorfilm agiert, besitzt sie eine spürbare Ausstrahlung. Sam Neill ist die Ruhe und Coolness in Person, während er das Geisterschiff erforscht und ein Metallrohr zum Schnorchel umfunktioniert. Billy Zane ist nicht minder präsent und mischt den charmanten Schönling sehr gut mit dem diabolischen Psycho. 
Die offene See ist immer ein beklemmendes Szenario. Ein trügerischer Ort, wo das smaragdgrüne Wasser und die strahlende Sonne schnell zum Alptraum werden kann. Die „Der Killer steht nochmal auf“-Szene war unnötig, aber abseits davon wurde ich bis zum Finale hervorragend unterhalten.

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