Der Sommer steht vor der Tür. Was gibt es da Schöneres, als die Taschen zu packen und einen kleinen Campingausflug an den See oder in die Wälder zu unternehmen?
Damit der Trip auch die passende Portion Grusel bekommt, habe ich fünf Filme herausgesucht, die das Sommerfeeling besonders gut einfangen und in einem Ferienlager oder während eines Campingausflugs spielen.
Die bekannte Filmreihe Freitag der 13. habe ich dabei bewusst außen vor gelassen, da sie der bekannteste Vertreter des Genres ist und in einem gesonderten Freitag-der-13.-Ranking ihr eigenes Summerween-Special bekommen wird.
5. In a Violent Nature (Kanada, 2024)
Für seinen Slasher In a Violent Nature hat sich Regisseur Chris Nash etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Anstatt zum wiederholten Mal Teenagern beim Feiern zuzuschauen, erzählt er den Film überwiegend aus der Perspektive des Killers und begleitet ihn bei seiner täglichen Routine, wenn er gerade einmal keine Menschen niedermetzelt.
Herausgekommen ist eine ungewöhnliche Mischung aus Summer-Camp-Slasher und Terrence-Malick-Film. Sonnendurchflutete Naturaufnahmen und minutenlange, wortlose Kamerafahrten durch die Wälder bilden den Schwerpunkt des Films. Gebrochen wird diese Ruhe immer wieder durch äußerst brutale Morde. Dabei hat es insbesondere eine Yoga-Szene in sich.
In a Violent Nature trifft sicherlich nicht jeden Geschmack, ist aber besonders für diejenigen interessant, die der x-ten Slasher-Parodie überdrüssig geworden sind.
4. Marshmallow (USA, 2025)
Der Film Marshmallow erinnert stellenweise an eine Folge der Serie Gänsehaut und bietet einen interessanten Twist auf das Genre. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe von Außenseitern, die sich einerseits gegen tägliches Mobbing zur Wehr setzen muss und gleichzeitig dem dunklen Geheimnis ihres Ferienlagers auf die Spur kommt.
Der Horrorfilm von Daniel DelPurgatorio ist eine gelungene Mischung aus 80er-Jahre-Hommage und modernem Teenie-Horror. Er erinnert sowohl an Filme wie Freitag der 13. als auch an moderne Genrevertreter wie Stranger Things. Wer nostalgischen Horror mit frischen Ideen mag, sollte hier einen Blick riskieren.
3. The Final Girls (USA, 2015)
Summer-Camp-Slasher-Parodien gab es im vergangenen Jahrzehnt mehr als genug. Wahrscheinlich ist die Zahl der Parodien mittlerweile fast so hoch wie die der Originale aus den 1980er-Jahren. Eine der besten ist dabei zweifellos The Final Girls.
Eine Gruppe von Teenagern landet wie durch Zauberei im fiktiven Kinofilm Camp Bloodbath, einem billigen 80er-Jahre-Slasher, in dem die verstorbene Mutter einer der Hauptfiguren mitgespielt hat. The Final Girls präsentiert die klassischen Tropes des Slasher-Genres mit viel Humor und war 2015 ein wirklich frischer Ansatz innerhalb des Horrorgenres. Gerade für einen lockeren Filmabend bietet der Film eine gelungene Mischung aus Blut, Comedy und einer überraschend glaubwürdigen emotionalen Komponente.
2. Sleepaway Camp (Blutiger Sommer – Camp des Grauens, USA, 1983)
Auf dem Papier liest sich Blutiger Sommer – Camp des Grauens zunächst wie ein gewöhnlicher Slasher. Erschienen in der Blütezeit des Genres, vereint der Film viele bekannte Zutaten: sonnige Bilder, nackte Haut und blutige Morde.
Besonders die sommerliche Atmosphäre und das lebendige Ferienlager stechen dabei hervor. Darüber hinaus lebt der Film davon, dass die Identität des Killers lange Zeit im Verborgenen bleibt. Seinen Höhepunkt erreicht der Film schließlich in den letzten Sekunden, wenn er eines der denkwürdigsten Enden der Horrorfilmgeschichte präsentiert. Gleichzeitig machte dieses Ende Hauptdarstellerin Felissa Rose zu einer kleinen Horrorikone.
Ein Kultslasher, der möglichst ohne Vorwissen geschaut werden sollte.
1. The Burning (Brennende Rache, USA/Kanada, 1981)
Obwohl The Burning relativ zeitgleich mit dem wesentlich bekannteren Freitag der 13. produziert wurde, konnte der Film nicht denselben Ruhm erlangen, da er erst einige Zeit später in die Kinos kam. Mittlerweile gehört The Burning zu den Urvätern des Summer-Camp-Slashers , und das völlig zu Recht. Wie bereits bei Freitag der 13. steuerte Tom Savini die Spezialeffekte bei, die noch heute zu den größten Highlights im Film zählen. Aufgrund seiner Gewaltdarstellung wurde der Film in Deutschland sogar beschlagnahmt und lange Zeit nur in einer stark gekürzten Fassung veröffentlicht. Nicht weniger interessant ist die Tatsache, dass The Burning einen der Grundsteine für die späteren Karrieren von Harvey und Bob Weinstein legte. Bob Weinstein schrieb damals das Drehbuch, basierend auf einer Idee seines Bruders. Unabhängig von den späteren Kontroversen rund um die Weinstein-Brüder verdient dieser frühe Genreklassiker auch heute noch deutlich mehr Aufmerksamkeit.


