Welches Tier ist der bekannteste Antagonist des Menschen in Horrorfilmen? Ganz klar: der Hai.
Doch geht man die Rangordnung nur etwas weiter hinunter, fällt auf, dass auch der Affe gar nicht so selten als Gegenspieler im Film eingesetzt wird. Ob es zum Beispiel die wilden Paviane in Disneys Zeichentrickfilm Tarzan sind, oder King Kong, der aus seinem gewohnten Umfeld gerissen wird, und zur billigen Attraktion versklavt wird. Während Haie oft unerklärlich böse Menschenfresser sind
– obwohl in Wirklichkeit nur sehr selten Menschen bei Haiangriffen ums Leben kommen -, ist der Affe vielmehr Opfer menschlicher Machenschaften. Ein Muster, das man auch in dieser Liste wieder erkennen wird.
In den deutschen Kinos läuft seit dem 29. Januar 2026 der neue Tierhorrorfilm Primate, wo der Schimpanse Ben auf einen blutigen Streifzug geht. Wer auf den Geschmack mordender Affen gekommen ist, findet in dieser Liste ein paar sehenswerte Alternativen aus der Historie fieser Primaten.
Wie ich den Film Primate fand, könnt ihr hier lesen.
Mord in der Rue Morgue (Murders in the Rue Morgue, 1932)
Bereits 1908 gab es eine erste Adaption der berühmten Geschichte Doppelmord in der Rue Morgue von Edgar Allan Poe. Da einige der frühen Verfilmungen als verschollen gelten, ist die Version von Robert Florey wahrscheinlich die älteste erhältliche Fassung.
Während im Buch der Kern der Geschichte auf dem Geheimnis des verschlossenen Raumes liegt, befasst sich der Film mehr mit der Figur des Dr. Mirakel. Dieser wird von Dracula-Darsteller Bela Lugosi gespielt, welcher Experimente mit Affenblut durchführt. Damit befinden sich bereits in diesem Film Motive, die in späteren Affenhorrorfilmen häufiger aufgegriffen werden.
Die nebligen, expressionistischen Bilder sorgen für eine schaurige Atmosphäre, und auch tricktechnisch ist der Film – insbesondere für seine Zeit – wirklich bemerkenswert. Die damalige Fassung musste aufgrund zu expliziter Gewalt sogar um knapp zwanzig Minuten gekürzt werden. Bei den Dreharbeiten wurde mit einem echten Affen gearbeitet. Im Finale wechselt der Film dann geschickt zwischen realem Tier und Kostümdarsteller.
Affen-Rating
Realer Affe oder animiert: Real + Kostüm
Spannung: 3 von 5
Affen-Screentime: 3 von 5
Blut und Gewalt: 1 von 5
Link – Der Butler (Link, 1986)
In gewisser Weise ist Link – Der Butler ein klassischer „verrückter Professor“-Film, der zeigt, was passiert, wenn der Mensch sich mit der Natur – in diesem Fall mit Affen – anlegt. Irgendwann muss ein Experiment schiefgehen und Konsequenzen gezogen werden. Der Orang-Utan Link – im Film wird er als Schimpanse bezeichnet und sein Fell wurde gefärbt – entwickelt ein eigenes Bewusstsein und begibt sich auf einen Rachefeldzug.
Das isolierte schottische Landhaus sorgt für eine bedrückende und triste Grundstimmung. Terence Stamp bringt die nötige Erfahrung in den Film, während die junge Elisabeth Shue – frisch aus Karate Kid – noch vor ihrem großen Durchbruch stand. Nach heutigen Maßstäben wirkt der Film etwas behäbig, doch insbesondere die Leistungen von Link und den anderen Primaten sind nach wie vor sehr beeindruckend inszeniert und machen den Film sehenswert.
Affen-Rating
Reale Affen oder animiert: Real
Spannung: 2,5 von 5
Affen-Screentime: 5 von 5
Blut und Gewalt: 2 von 5
Der Affe im Menschen (Monkey Shines, 1988)
Regisseur George A. Romero ist vor allem für seine Zombiefilme bekannt. Sein Film Die Nacht der lebenden Toten ist ein zeitloser Klassiker, der den Zombie definierte, wie man ihn heute kennt. Dass der gebürtige New Yorker zu mehr als nur den lebenden Toten fähig ist, zeigt er in dem Psychothriller Der Affe im Menschen.
Ein weiteres Mal sind menschliche Experimente der Ursprung dafür, dass ein Tier zur Waffe wird. Ursprünglich war das Kapuzineräffchen Ella als Assistentin für den gelähmten Allan (Jason Beghe) gedacht. Doch nach einiger Zeit entwickelt sich zwischen der Affendame und ihrem Patienten eine telepathische Verbindung. Sie beginnt, Allans Wut und Frustration zu spüren, und fängt an, Menschen aus seinem Umfeld zu attackieren.
Der Fokus von Der Affe im Menschen liegt weniger auf bestialischen Morden, sondern auf der Beziehung zwischen Mensch und Tier. Es ist als hätte Romero eine Mischung aus Misery und The Shining mit Affen gedreht. Dass wieder mit echten Affen gearbeitet wurde, spricht für die Qualität des Films.
Affen-Rating
Reale Affen oder animiert: Real
Spannung: 3,5 von 5
Affen-Screentime: 4 von 5
Blut und Gewalt: 2 von 5
Animal Rage (Rage – Furia Primitiva / Primal Rage, 1988)
Strenggenommen handelt es sich bei Animal Rage um keinen wirklichen Affen-Horrorfilm, sondern mehr um Infizierten-Horror der Sorte 28 Days Later.
Der Affe im Film nimmt nur eine sehr kleine Rolle ein, ist aber Auslöser der Geschehnisse. In Animal Rage ist es ein Virus, das Menschen befällt und sie ausrasten lässt. Übertragen wird es durch einen Pavian, der als Versuchskaninchen für menschliche Experimente dient. Die Infizierten werden zu Wilden, die irgendwann die jegliche Selbstbeherrschung verlieren und mit dem Morden beginnen. Das hat nicht mehr viel mit dem eigentlichen Affen zu tun, doch neben dem animalischen Verhalten der Infizierten baut Regisseur Vittorio Rambaldi Figuren ein, die wie plumpe Primaten wirken.
Das Drehbuch stammt von Giallo-Regisseur Umberto Lenzi, der hier keinen tiefgründigen Horrorfilm verfasste, sondern oberflächlichen Teenie-Horror mit hohem Unterhaltungsfaktor. Das College-Setting, die schrille Popmusik und die knalligen Kostüme erzeugen einen charmanten 80er Jahre Film.
Affen-Rating
Reale Affen oder animiert: Real
Spannung: 3 von 5
Affen-Screentime: 1 von 5
Blut und Gewalt: 4 von 5
Congo (Congo, 1995)
Die Mischung aus Abenteuerfilm mit leichten Horrorelementen erinnert einerseits an King Kong, aber auch an das Kino von Steven Spielberg. Kein Wunder, denn Congo entstand im Fahrwasser des Erfolgs von Jurassic Park und hat mit Michael Crichton sogar denselben Autor. Mit Frank Marshall hat der Film einen Regisseur, der Naturkatastrophen- und Abenteuerfilme ganz gut beherrscht. Trotzdem sehen die Bilder im Film manchmal sehr nach TV-Produktion aus.
Der zentrale Affe Amy strahlt keine Bedrohung aus, dafür aber die Gorillas, die schon zu Beginn des Films für ein kleines Massaker zuständig sind. Insgesamt ist Congo ein familienfreundliches Abenteuer, das jedoch gerade im Finale düstere und brutale Szenen besitzt.
Affen-Rating:
Reale Affen oder animiert: Animatronisch + Kostüm
Spannung: 2 von 5
Affen-Screentime: 3,5 von 5
Blut und Gewalt: 2 von 5
The Monkey (The Monkey, 2025)
Dieser Film dürfte der bisher bekannteste Vertreter dieser Liste sein, da sein Kinostart noch nicht allzu lange zurückliegt. Basierend auf einer Kurzgeschichte von Stephen King geht es um einen verfluchten Spielzeugaffen, dessen Aufziehen für eine tödliche Kettenreaktion sorgt.
Echte Affen gibt es in diesem Film also nicht. Dafür besitzt die Horrorkomödie von Oz Perkins viel Kreativität und Ideenreichtum für abwechslungsreiche Todessequenzen. Da darf man auch mal ein Auge zudrücken, wenn die Geschichte am Ende etwas zu kurz kommt. Ein Hauch von Final Destination und ein ikonischen Spielzeugdesign sorgen für Unterhaltung.
Affen-Rating
Reale Affen oder animiert: Spielzeugaffe
Spannung: 3 von 5
Affen-Screentime: 3 von 5
Blut und Gewalt: 6 von 5


